Bericht zum 5. Clublauf (Ori) des RCM

  1. November 2022, der Samstag vor dem 1. Advent, typisches November-Wetter: Sonnig und strahlend blauer Himmel mit milden Temperaturen! 8 glänzend blank geputzte (mehr oder weniger) sportliche Autos mit 7 motivierten Fahrern und 7 konzentrierten Beifahrern treffen auf dem Parkplatz hinter dem Wickrather Brauhaus auf den schon verschmitzt lächelnden Fahrtleiter der zweiten Ori des RCM, Rolf Fußangel.

Als wir sehen, dass es auch Startnummern für die Fahrerseite gibt, ahnen wir schon, dass es neben den Ori-Aufgaben auch mindestens eine Zeitprüfung geben wird. Die Aufgabenstellung sieht nach „normaler“ Ori aus, aber die drei beigefügten Bordkarten lassen viel Schreibarbeit für die Beifahrer erahnen! Und tatsächlich: Nicht nur Ortseingangs- und Weilerschilder sind zu notieren, es kommen auch noch eigene OK-Schilder und alle „Vorfahrt-achten“-Schilder hinzu! Die mit Entfernungsangabe zwar nicht, aber das ist dann auch nicht sehr tröstlich. Dazu gibt’s noch einen Bogen mit 4 Bildern, die sollen dann später noch eine Rolle spielen. Außerdem sind noch 2 Schokoladenweihnachtsmänner beigelegt, die wir (auch später) noch dringend benötigen würden!

Pünktlich um 14:30 wird das erste Bordbuch ausgegeben, wir sind um 14:32 dran und los geht’s! Zuerst mal eine Seite Chinesenzeichen zum „Einfahren“, Danke Rolf! Von Wickrath geht es über Wanlo und Keyenberg ins „Braunkohlenrandgebiet“ und in Holzweiler kommt die erste Kartenaufgabe. Drei Karten, alles unterschiedliche Maßstäbe, und die ab Dackweiler recht gerade Straßenführung machen es nicht gerade einfach, den genauen Standort auf den Karten zu finden. Ein dezenter Hinweis auf einen „behördlichen Fotoautomaten“, dann ein Pfeilwurm, einmal kreiseln und bei Karte drei sehen sich zum ersten Mal 2 fragende Gesichter im Alfa an! Sperrt die Kartenbeschriftung hier den Weg zwischen Punkt im Kreisel und E-Pfeil und man muss einen großen Umweg fahren? Wer Rolf kennt, ahnt, dass eine solche Kartenbeschriftung nicht zufällig irgendwo zu finden ist, also den Kreisel zum Wenden nutzen und zurück. Die erhoffte Möglichkeit zum Linksabbiegen geht nicht, Anliegerstraße, also weiter bis zum Ende des A-Pfeils, dann links und weiter Richtung E-Pfeil. Aha, ein weiteres Vorfahrt-achten-Schild. Anschließend ein einzelner Chinese, der zur nächsten Karte verbindet, da gibt es nummerierte Pfeile mit 4 einkopierten Chinesen, die uns einmal durch Serrest kreisen lassen.

Wir sind Rolf dankbar, dass jetzt auf zwei Seiten Chinesen kommen, en wenig Zeit zum Luftholen für die Beifahrerin.

Vorbei geht es an weiteren „Braunkohlerandorten“ um Hambach Richtung Düren.  In dem kleinen Dorf Schophoven gibt es die nächste Karte, hier muss erst mal im Dreieck um die Dorfwiese der Anfang des ersten Pfeiles erreicht werden, dann einmal im Karree durch den Ort und mit einkopierten Chinesen dann wieder einmal im Dreieck um die Dorfwiese. Netter Ort, schöne Autos mit MG-Kennzeichen, so trifft man sich! Allerdings quittieren die spazierenden Dorfbewohner solchen ungewohnten „Massenverkehr“ ,wie bei Oldtimer-Rallyes auch, mit teilweise bösen Blicken! Verfluchter Sonnenschein!

Die nächste Karte mit einkopierter Zusatzkarte kommt uns aus einer Oldtimer-Rallye des Euregio-Classic-Cup bekannt vor. Und siehe da, der Punkt neben dem Kreisel ist auf einem Parkplatz, der über eine separate Kreisverkehrausfahrt zu erreichen ist, wieder ein Vorfahrt-achten mehr!

In Inden kann man noch teilweise die Schäden des Inde-Hochwassers, dass ja letztes Jahr zusammen mit dem Ahr-, Rur- und Wurmhochwasser so viel zerstört hat, sehen. Den kleine Indenmann in einem Kreisverkehr passieren wir genauso, wie den großen Indenmann am Freizeitpark auf der Goldsteinkuppe (da gibt’s eine tolle Fußball-Golf-Anlage!). Von hier aus geht es in das, auch von einigen Euregio-Classic-Cup-Rallyes her bekannte, Industriegebiet in Dürwiß in der markanten Halbkreisform! Dort gibt es natürlich eine Kartenaufgabe, immer abwechselnd Strich-Punkt-Strich-Punkt fahren, dabei alle Schilder und OK’s aufschreiben und nach den 4 Bildern aus den Startunterlagensuchen, die dürfen aber nur rechts stehen! Bilder suchen: im alten Auto kann man die ja schön ans Armaturenbrett über das Radio kleben, aber in modernen Autos ist alles so zugebaut mit Technik, da ist gar kein Platz, also hinter den Schaltheben klemmen!

Erst mal zusammen austüfteln, was Rolf sich wohl gedacht hatte, als er die Aufgabe ausgeknobelt hat. Nach kurzer Diskussion sind wir uns mehr oder weniger einig und auf geht’s! Zwei kleine „Gemeinheiten“: Bild B3 wollte man schon aufschreiben als die „Nowak-Gabelstapler-Firma“ links zu sehen war, die war aber eben links und nicht rechts! Und siehe da, im Kreisel am Ende der Stichstraße ist noch ein Vorfahrt-achten-Schild, also noch ein „V“ auf die Bordkarte, bevor dann die Firma Nowak rechts liegt! Das zweite „Fiese“ in der Aufgabe: ein Bild können wir gar nicht finden, das ist aus der RCM-Oldtimerrallye Mitte Oktober aus dem Gewerbegebiet Güdderath! Da wir beide meinen, uns daran erinnern zu können, ersparen wir uns ein nochmaliges Durchfahren der Kartenaufgabe und fahren mit den folgenden 11 Chinesen weiter. Die geben der Beifahrerin wieder ein wenig Zeit zum Durchatmen und Vorbereiten der nächsten Kartenaufgabe, der Fahrer kann die tolle, geschwungene Landstraße mit den übersichtlichen Kurven genießen, da kommt echtes Rallye-Feeling auf!

In der nächsten Karte in Siersdorf gibt es nur eine kleine Stolperfalle, die breite Albert-Schweitzer-Straße ist baulich getrennt und somit ist der rote Strich in beiden Richtungen zu fahren, also bis zum nächsten Kreisel, den zum Wenden nutzen und ab zum E-Pfeil!

Jetzt wird es langsam dunkel und immer noch 3 Seiten zu fahren, das heißt, die GLP wird wohl im Dunkeln gefahren werden müssen! Da sieht man die Lichtschranke ja gar nicht kommen! Trotzdem kann man die Fahrt nach Chinesen dahin genießen, die Streckenführung ist sehr abwechslungsreich, um Hückelhoven herum geht es sogar mal etwas bergauf und bergab und um keine Zusatzkosten zu verursachen, stehen an den entsprechenden Stellen wieder die „Foto-Hinweise“ im Bordbuch!

Und dann, im dunklen Industriegebiet in Hückelhoven-Baal kommt der Höhepunkt der Fahrt:

Aus einer Auswahl von 20 verschiedenen Chinesenzeichen waren kreuz und quer 15 davon nach der vorgegebenen Reihenfolge zu fahren! 1-3-6-13-5-4-5-4-13-14-2-5-3-19-20! Wo geht nochmal die Kartenbeleuchtung für den Beifahrer an? Und das Ganze auch noch mit einem 30er-Schnitt! Keine Entfernungsangabe, also können wir auch keine Zielzeit errechnen, die Stoppuhr kann also in der Tasche bleiben, einen Tripmaster mit Durchschnittsgeschwindigkeit gibt’s im neuen Auto nicht, dann eben konstant 30 fahren nach Tacho! Schnell noch die Startnummer an der hinteren Seitenscheibe befestigt. Steffi, von der wir unsere Startzeit bekommen, hat gottlob Klebeband dabei!

Steffi sagt noch 30 Sekunden, ein letzter gemeinsamer Blick auf die Chinesen, als erstes kommt ein Kreisel, da gerade raus und die nächste Einmündung links!

5-4-3-2-1-Los! Kreisverkehr geradeaus, Vorfahrt-achten aufschreiben, nächste Einmündung links! Leider sehen sich Einmündungen und Einfahrten im Dunkeln sehr ähnlich und schon bin ich falsch in eine Einfahrt rein, ein großer Firmenparkplatz vor uns! Schnell den Rückwärtsgang rein, zurück auf die Straße und Gas, Gas, Gas, um den 30er-Schnitt wieder zu bekommen, da geht es links rein! Haben wir jetzt den Schnitt wieder erreicht? Kein Vorfahrt-achten übersehen? Wann kommt die Lichtschranke? Nächster Chinese Einmündung nach schräg recht vorne, die ist gut zu erkennen! Wir meinen beide, den Schnitt wieder erreicht zu haben, also runter auf 30 und konstant 30 fahren! Da links steht ein Auto, in dem jemand sitzt, seltsam für ein Industriegebiet! Und in der Vorbeifahrt sehen wir den roten Punkt der Lichtschranke, also hier kommen wir dann bestimmt nochmal vorbei, jetzt auf jeden Fall konstant 30 fahren, egal ob T-Kreuzung, Vorfahrt-achten (Achtung,  das „V“ natürlich aufschreiben!!!) oder Kreisverkehr! Nach weiteren 5 Chinesen kommt wieder das „schräg nach vorne rechts abbiegen“, danach die Lichtschranke! Nach 6  weiteren Chinesen taucht Steffis roter Skoda links auf, wir sind am Ziel!

Bordkarte ein letztes Mal kontrollieren und bei Steffi abgeben!

Und jetzt endlich zur Stärkung die von Rolf und Steffi beigelegten Schoko-Weihnachtsmänner essen!

Wir haben zwar ein recht gutes Gefühl, das hat uns aber schon zu oft getäuscht. Eine vor Aufregung schlaflose Nacht hatten wir nicht, aber ein wenig nervös waren wir schon, bis Rolf dann am Sonntag das Ergebnis im RCM-Chat gepostet hat!

Yeah, zum ersten Mal einen Clublauf gewonnen!

Allen, die diesmal nicht dabei waren, können wir sagen: Ihr habt eine sehr schöne Tour verpasst und es wäre noch schöner, wenn mehr Teilnehmer dabei gewesen wären, zumal die Planung und Ausarbeitung einer solchen Tour für die Organisatoren ganz schön viel Arbeit bedeutet!

Vielen Dank an Rolf und Steffi für die echt tolle Tour, wir werden die Strecken mit Sicherheit nochmal in Hellen mit dem alten Auto genießen, sehr schöne Streckenführung, klasse Aufgaben, teilweise ein bisschen kniffelig, aber genau so sollte eine Ori ja sein!

Sabine und Heinz-Bernd Dannhüser

PS: Nach der ersten Freude haben wir uns nochmal die Aufgaben vorgenommen, 70 Fehlerpunkte in der Bordkarte!! Das geht bestimmt noch was!

 

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