Tödlicher Unfall beim ersten VLN-Lauf

Liebe Mitglieder,

beim ersten VLN Lauf hat sich leider ein tragischer Unfall mit tödlichem Ausgang ereignet. Nachfolgend die Info unseres Generalbevollmächtigten:

Um 12.51 Uhr ereignete sich im Bereich "Flugplatz" ein Alleinunfall des Nissan GT-R (GT3) mit der Start Nr. 23, der zum Unfallzeitpunkt von dem Engländer Jann Mardenborough gesteuert wurde. Das Fahrzeug hob auf der Kuppe am Flugplatz ab, prallte zunächst in die dortige Böschung zur Fahrbahn, überflog danach nahezu berührungsfrei den dort befindlichen FIA-Zaun und kam dahinter in einem allgemein zugänglichen Zuschauerbereich zum Stillstand. Entstehung und Ablauf des Unfalls sind im Übrigen lückenlosenlos durch die Video-Aufnahme eines Zuschauers dokumentiert, die der VLN und dem DMSB vorliegt.

Der Fahrer konnte sich selbst -nahezu unverletzt- aus dem Fahrzeug befreien. Allerdings wurden bei dem Unfall mehrere Zuschauer entweder vom Fahrzeug getroffen oder durch umherfliegende Fahrzeugteile verletzt. Nachdem sich die Sicherheits- und Rettungskräfte der VLN an Ort und Stelle ein Bild der Situation gemacht hatte, wurde das Rennen zunächst unterbrochen, nachdem erkennbar war, dass sich einer der verletzten Zuschauer in einem kritischen Zustand befand. Er konnte zunächst am Unfallort reanimiert werden, verstarb jedoch wenig später im Medical Center an der Rennstrecke, wohin er inzwischen zum Weitertransport per Hubschrauber verbracht worden war. Das Rennen wie auch die Siegerehrung wurde daraufhin sofort abgesagt.

Polizeiliche und staatsanwaltliche Ermittlungen wurden bereits unmittelbar nach dem Unfall aufgenommen, das Unfallfahrzeug wurde durch die Polizei beschlagnahmt und bei der Fa. Bongard sichergestellt.

Neben dem Fahrer wurden zwei  Zuschauerinnen in Krankenhäuser in Adenau und Koblenz eingeliefert. Am späten Abend befanden sich noch der Fahrer im Krankenhaus Adenau, hauptsächlich zur notfallpsychologischen Betreuung, sowie eine Zuschauerin im Krankenhaus Koblenz, die durch ein Fahrzeugteil am Kopf getroffen wurden. Beide Personen können wahrscheinlich am Sonntag die Krankenhäuser verlassen. Bei dem tödlich verletzten Zuschauer handelt es sich um einen holländischen Staatsbürger mit starken privaten Verbindungen in die Eifel und außerdem um einen offenbar regelmäßigen Besucher von VLN Läufen am Flugplatz. Unmittelbar nach seinem Ableben hat die VLN die beigefügte Pressemitteilung  veröffentlicht, die auch Basis einer ähnlichen und mit der VLN abgestimmten Pressemitteilung von CNG und Polizeiinspektion Adenau war.

http://www.vln.de/mediaout/2015-03-28-VLN-VLN-Auftaktrennen-unfallbedingt-abgebrochen.pdf

Objektiv gesehen kann festgestellt werden, dass die Abläufe in der Race Control, Rennleitung, Medical Center und anderen Rettungsdiensten effizient und koordiniert abgelaufen sind. Der Polizei konnte zeitnah eine detaillierte Dokumentation von Unterlagen und Abläufen übergeben werden, die durch eine systematische Ablage der Veranstalter-Dokumente sowie den jüngsten organisatorischen Verbesserungen in der Race Control erleichtert wurden. Die Polizeiinspektion Adenau hat sich am Abend ausdrücklich noch einmal für die problemlose und kooperative Zusammenarbeit mit dem Veranstalter bedankt.

Wie und in welcher Form sich der bedauerliche und tragische Unfall auf Rennen am Nürburgring, bestimmte Fahrzeugklassen oder die Beschaffenheit der Rennstrecke auswirkt, wird sich im weiteren Verlauf der Unfallanalyse zeigen.

 

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die VLN und den RCM: Wir müssen damit rechnen, dass die Diskussion um die GT3-Fahrzeuge, mit Profis besetzt, wieder neu entflammt. Was auf den ersten Blick einfach erscheint "Alle verbieten!", hat in der Praxis weitreichende Folgen. Zum einen fahren in den schnellen Klassen sehr viele Autos und zum anderen bezahlen diese ein hohes Startgeld. Oder anders ausgedrückt, ohne die Fahrzeuge ist ein VLN-Rennen finanziell nicht durchführbar. Damit befinden sich alle, auch der RCM in einem außerordentlichen Dilemma. Die schnellen bzw. für die Nordschleife zu schnellen Rennwagen sind der Tod der VLN und ohne diese ist eine kostendeckende Durchführung der Rennen nicht realisierbar.

Wir werden das auf dem nächsten Clubabend (7. April) thematisieren.

Ralph-Gerald Schlüter

 

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