Rede des Generalbevollmächtigten der VLN anlässlich der Jahressiegerehrung

 

Guten Abend meine Damen und Herren, 

ich begrüße herzlich alle Gäste des heutigen Abends, der ja in erster Linie den Teilnehmern der VLN Langstreckenmeisterschaft 2015 gewidmet ist.

Ich begrüße außerdem die Vertreter von Sponsoren, Partnern, Medien und verbundenen Organisationen, ohne die eine VLN Saison nicht möglich wäre.

Namentlich begrüßen möchte ich Carsten Schumacher und Adam Osieka als Geschäftsführer der Capricorn Nürburgring GmbH. Ich weiß aus zahlreichen Gesprächen, dass beide, salopp gesagt, Fans der VLN sind und ein Interesse daran haben, dass sich die VLN auch in Zukunft weiterentwickelt und die Serie ist, über die sich der Nürburgring und speziell die Nordschleife, als Rennstrecke definiert. Mit der CNG befinden wir uns augenblicklich in konstruktiven und sehr interessanten Gesprächen, die eine langfristige Perspektive für die VLN und eine wirtschaftliche Sicherheit für die CNG zum Ziel haben, ohne die Teilnehmer über Gebühr zu belasten. Ich komme später noch einmal zu diesem Punkt.

Persönlich begrüßen möchte ich eine Dame, die bescheiden und weitgehend unerkannt im Publikum sitzt. Es handelt sich um Dagmar Jahn, der die VLN Saison 2015 weit mehr abverlangt hat als die Beachtung von Speed Zones oder die Reduzierung von Fahrzeug-Maximalleistungen: Sie hat bei dem tragischen Unfall am 28. März ihren Lebenspartner verloren. Mein persönlicher Respekt gilt der Art, wie sie aus einer Mischung aus Realismus, Schicksalsergebenheit, Leidenschaft für den Motorsport am Nürburgring und Akzeptanz von grundsätzlich damit verbundenen Risiken diese persönliche Prüfung angenommen hat und immer noch bewältigt. Ihre Anwesenheit am heutigen Abend kann diese Haltung nicht besser ausdrücken.

Herzlich willkommen, Dagmar.

Ich hätte mir diese Art von Besonnenheit von Entscheidungsträgern gewünscht, die persönlich und emotional weit weniger von dem tragischen Unfall bei VLN 1 betroffen waren. Nicht nur der VLN wären damit Entscheidungen und Diskussionen erspart geblieben, die inzwischen hoffentlich Geschichte sind. Denn wenn kein grimmiger Jahrhundert-Winter die Baumaßnahmen am Nürburgring durchkreuzt, die inzwischen auch vom Automobil-Weltsportverband FIA abgesegnet sind, wird es im nächsten Jahr auf der Nordschleife keine Speed Zones mehr geben.

In der VLN rechnen wir damit, dass diese Tatsache einen Teil der Erosion kompensiert, die wir in diesem Jahr bei der durchschnittlichen Teilnehmerzahl pro Veranstaltung gegenüber Vorjahr registrieren mussten. Durchschnittlich 25 Teilnehmer weniger pro Veranstaltung sind eine Größenordnung, die manchem VLN Veranstalter kein ausgeglichenes wirtschaftliches Ergebnis ermöglicht hat.

Als VLN können wir nicht davon ausgehen, dass sich dieser Teilnehmerschwund sozusagen über Winter reversiert und auf Vorjahresniveau zurückspringt. Entsprechend haben wir die Nenngelder, die ja über die letzten drei Jahre stabil waren, neu strukturieren müssen. Diese Struktur soll aus heutiger Sicht für weitere drei Jahre stabil bleiben.

Ihre wesentlichen Inhalte sind, dass wir für verschiedene Fahrzeugklassen die Nenngelder reduziert haben, um dem traditionellen Anspruch der VLN als Serie für Amateur- und Breitensportler gerecht zu werden. Am oberen Ende haben wir die Nenngelder für die Fahrzeugklassen SP9, SP-X und SP-Pro teilweise signifikant erhöht, um auf kalkulatorischer Basis allen Veranstaltern eines VLN Rennens im kommenden Jahr zumindest ein ausgeglichenes wirtschaftliches Ergebnis zu ermöglichen.

In diesem Zusammenhang haben wir ebenfalls das Portfolio der Fahrzeugklassen durchforstet und Platz geschaffen für neue Kategorien, die für die Zukunft der VLN wichtig sind. Sie wissen wahrscheinlich inzwischen, dass es zusätzlich zu den aktuellen Cups in 2016 eine neue Cup Klasse geben wird, die Cayman GT4 Trophy by Manthey Racing. Die VLN verspricht sich davon eine weitere Stabilisierung der Starterfelder und eine geringere Volatilität zwischen den Veranstaltungen vor dem 24 Stunden Rennen und danach.

Keine endgültige Klarheit herrscht zum augenblicklichen Zeitpunkt bezüglich der TCR Klasse, von der sich die VLN für die Zukunft einen wichtigen Impuls verspricht. Wir befinden uns derzeit in Verhandlungen mit Franz Engstler, dem Inhaber der TCR Rechte für Deutschland. Von seiner Genehmigung hängt ab, ob die VLN eine eigene TCR Klasse ausschreiben kann, was ich persönlich angesichts des auch im kommenden Jahr noch vorherrschenden Mangels an Fahrzeugen eher für unwahrscheinlich halte.

In jedem Fall werden wir Fahrzeuge nach TCR Reglement innerhalb der Klasse SP 3T gesondert betrachten.

Unter dem Strich blicke ich persönlich mit Zuversicht und großer Spannung auf die Saison 2016. Ich bin sicher, wir werden eine interessante Saison mit neuen und attraktiven Elementen erleben. Seitens der VLN werden wir durch weitere Optimierung der Organisationsstruktur die Voraussetzungen dafür schaffen.

Abschließend gilt mein Glückwunsch allen Siegern und Preisträgern.

Allen Gästen wünsche ich einen angenehmen und stimmungsvollen Abend.

Herzlichen Dank.

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